Produkt-Suche

Bitte klicken Sie auf den Such-Button, um eine vollständige Suche auszuführen.

 
Sie benutzen diese Website aktuell in Deutsch

Weitere verfügbare Sprachen:

 

Keine Produkte im Warenkorb

Bitte legen Sie die Produkte, die Sie kaufen möchten, in den Warenkorb.

Weiter einkaufen
Bitte aktivieren Sie JavaScript in Ihrem Browser, um diese Website vollständig nutzen zu können.

Wissens­wertes
über Montage­anlagen

Alle Filtermöglichkeiten Sie können diese Produktliste filtern!
 

Alle Filtermöglichkeiten

Filtern nach

Kurven­antrieb, elektro­pneumatischer und servo­elektrischer Antrieb – ein Vergleich aus der Praxis

In den Montage­anlagen, die wir bauen, setzen wir unter­schiedliche Antriebs­systeme ein: pneumatisch, kurven­gesteuert oder servo­elektrisch. Jeder dieser Antriebe hat seine Stärken und Schwächen – und die Wahl des richtigen hängt stark von den spezifischen Anforderungen der Montage­aufgabe ab.

In diesem Artikel beschreiben wir Ihnen die Funktions­weise der drei Antriebe und nennen die Vor- und Nach­teile jeder Antriebs­form aus technischer und wirtschaft­licher Sicht. Aus dieser Bewertung ergibt sich dann, bei welcher Aufgabe welcher Antrieb punkten kann.

Alle Angaben basieren auf unserer lang­jährigen Erfahrung. Wir haben Hunderte von Montage­maschinen gebaut. Dabei setzen wir alle drei Antriebs­arten ein, haben aber einen klaren Favoriten. Hier erfahren Sie, warum.

 

Anlagen mit elektro-pneumatischem Antrieb: Der Klassiker


Funktionsweise

 

Elektro-pneumatische Montage­anlagen nutzen haupt­sächlich Druck­luft als Energie­träger. Das Prinzip ist denk­bar einfach: Druck­luft wird in einen Zylinder geleitet und bewegt einen Kolben, der mechanische Bewegungen durchführt. Durch Ventile lässt sich die Luft­zufuhr steuern und somit die Bewegung des Kolbens kontrollieren.

Vorteile

  • Robust, auch für raue Umgebung geeignet
  • Flexibel und einfach zu installieren
  • Oft kosten­günstig in der Anschaffung

 

Nachteile

  • Geringe Präzision: Positio­nierung und Steuerung sind weniger exakt als bei den anderen Antrieben
  • Begrenzte Geschwindig­keit der Montage­leistung
  • Schlechte Energie­effizienz: Rund 80 % der eingesetzten Energie verpufft als Wärme
  • Gefahr von Druck­luft­verlust
  • Hohe Betriebs­kosten durch den Druck­luft­verbrauch
  • Regelmäßige Wartung des Druck­luft­systems erforderlich
  • Hoher Geräusch­pegel
  • Kürzere Lebens­dauer als die anderen Antriebe

 

Wirtschaftliche Aspekte

 

Bei geringen Leistungs­anforderungen sind pneumatische Systeme günstig in der Anschaffung und bieten eine gewisse Flexibilität. Aufgrund des Druck­luft­verbrauchs verursachen sie jedoch hohe Betriebs­kosten. Die Lebens­dauer ist geringer als bei Kurven­antrieben. Sie kann durch die regelmäßige Wartung und Kontrolle des Druck­luft­systems verlängert werden, wofür aber wiederum Kosten anfallen.

 

 

Ideale Einsatzzwecke

 

Der pneumatische Antrieb ist geeignet für einfache Bewegungen wie Greifen oder Positionieren. Er kommt vor allem in Produktionsanlagen zum Einsatz, bei denen es nicht auf höchste Präzision ankommt und keine hohe Leistung verlangt ist.

 

 

Kurven­gesteuerte Anlagen: Präzise Marathon­läufer


Funktions­weise

 

Beim Kurven­antrieb werden Bewegungen rein mechanisch über individuelle Kurven­scheiben gesteuert. Die Form der Kurven­scheibe bestimmt den exakten Bewegungs­ablauf.

Unter dem Maschinen­tisch sitzt eine zentrale Welle, die von einem Elektro­motor angetrieben wird. Bei größeren Anlagen können es auch mehrere Wellen sein, die über Zahn­riemen synchronisiert sind.

Auf der Welle sitzen Kurven­scheiben. Jede Scheibe wird von unseren Konstrukteuren individuell mit optimiertem Ablauf ausgelegt und von Spezialisten gefertigt. Auf den Kurven­scheiben laufen Kurven­rollen. Sie übersetzen die Rotations­bewegung der Scheiben über Hebel in lineare oder Schwenk­bewegungen. Die Hebel laufen über Aus­sparungen durch den Maschinen­tisch. Oberhalb des Tisches steuern sie die Prozesse an den einzelnen Stationen.

Das klingt kompliziert, lässt sich aber gut hier erkennen: Link zum Film

Vorteile

  • Sehr hohe Präzision und Wieder­hol­genauigkeit der Bewegungs­abläufe
  • Hohe Geschwindig­keiten und Beschleuni­gungen möglich
  • Energie­effizient, da Druck­luft nur für Hilfs­bewegungen notwendig ist
  • Lange Lebens­dauer, da die Technik relativ einfach und robust ist
  • Geringer Wartungs­bedarf aufgrund weniger beweglicher Teile mit hoher Verschleiß­festigkeit
  • Relativ einfach ein­zu­stellen und zu warten
  • Reparaturen sind vergleichs­weise einfach

 

Nachteile

  • Begrenzte Flexibilität: Änderungen an Produktions­prozessen sind auf­wändig
  • Bei niedrigen Leistungs­anforderungen sind die Anschaffungs­kosten höher als bei pneumatischen Antrieben

Wirtschaftliche Aspekte

 

Allgemein gelten pneumatisch gesteuerte Anlagen in der Anschaffung als günstiger als kurvengesteuerte. Das gilt aber nur für Anlagen mit geringen Leistungsanforderungen. Sobald höhere Ausbringungsmengen gefordert werden, kann eine kurvengetriebene Anlage in der Anschaffung günstiger sein als eine mit pneumatisch gesteuerten Prozessen: Denn eine kurvengesteuerte Anlage lässt sich oft einbahnig auslegen, während für die gleiche Produktionsmenge eine pneumatisch angetriebene zwei- oder mehrbahnig ausgelegt werden muss. Mehrbahnige Anlagen benötigen zudem mehr Produktionsfläche.

Falls die Anschaffungskosten höher sind als bei einer pneumatisch angetriebenen Anlage, wird dies langfristig durch die bessere Energieeffizienz und geringere Betriebskosten mehr als ausgeglichen. Dies sowie die lange Lebensdauer und der geringere Wartungsbedarf machen den Kurvenantrieb auf Dauer wirtschaftlicher bei konstanten Bewegungsprozessen.

Im Vergleich mit servoelektrischen Antrieben sind die Anschaffungs- und Betriebskosten von Kurvenantrieben günstiger.

Im Vergleich aller drei Antriebsarten sind Kurvenantriebe am wenigsten störanfällig. Zudem lassen sich Störungen oft schneller und mit weniger Fachwissen beheben. Stillstandszeiten sind seltener und kürzer.

 

 

Ideale Einsatzzwecke

 

Ein Kurvenantrieb ist ideal für hochpräzise Montageprozesse sowie schnelle, komplexe Bewegungsabläufe. Er spielt seine Stärken bei Anlagen mit hohen Produktionsmengen aus, bei denen über lange Zeit immer die gleichen Prozesse mit hoher Geschwindigkeit und Präzision durchgeführt werden.

Auch wenn für Wartungs- und Reparaturaufgaben kein speziell ausgebildetes Personal zur Verfügung steht, bietet sich die Kurvensteuerung an, da das Hauptverschleißteil, die Kurvenrolle, auch von angelerntem Personal ausgetauscht werden kann.

 

Servo­elektrische Anlagen: Digital und flexibel


Funktions­weise

 

Servoelektrische Antriebe bestehen aus einem Elektro­motor, einem Encoder zur Positions­rück­meldung und einem Steuer­gerät, das kontinuierlich Position, Geschwindigkeit und Dreh­moment überwacht. Durch digitale Signale lässt sich die Bewegung des Motors präzise steuern und bei Bedarf anpassen.

Vorteile

  • Sehr genau
  • Sehr flexibel: Bewegungs­profile können per Soft­ware angepasst werden, ohne mechanischen Umbau
  • Schnelles Umrüsten, relativ einfache Produkt­anpassung
  • Energie­effizient, da der Druck­luft­verbrauch niedriger ist
  • Betriebs­daten lassen sich leicht erfassen und auswerten

 

Nachteile

  • Anschaffungs­preis ist deutlich höher als bei den anderen Systemen
  • Reparatur und Wartung sind auf­wändig, erfordern sehr gutes Fach­wissen

 

Wirtschaftliche Aspekte

 

Erfordert die Montage aller­höchste Präzision oder stehen häufige Produkt­wechsel an, kann ein servo­elektrischer Antrieb trotz hoher Anfangs­investition die wirtschaftlichste Lösung sein. In diesem Fall wiegt die schnelle, flexible Anpassung der Prozesse die hohen Anschaffungs­kosten auf, zumal servo­elektrische Antriebe auch energie­effizient sind. Voraus­setzung dafür ist, dass hoch qualifiziertes Personal für das Programmieren der Steuerungen vorhanden ist.

 

 

Ideale Einsatz­zwecke

 

Servo­elektrische Antriebe sind perfekt für Anwendungen, bei denen höchste Präzision und Flexi­bilität gefragt sind.

 

Fazit: Es kommt darauf an

Es gibt nicht den „besten“ Antrieb, sondern nur den für Ihre Anwendung „richtigen“. Die Wahl des Antriebs­systems ist immer eine Abwägung zwischen technischen Anforderungen und Wirtschaftlich­keit. Während pneumatische Antriebe durch einen niedrigen Anschaffungs­preis und Einfach­heit über­zeugen, punkten kurven­gesteuerte Systeme mit Zuverlässig­keit und Effizienz bei hohen Taktraten. Servo­elektrische Antriebe bieten unüber­troffene Flexibilität und Präzision.

Die meisten Anlagen, die wir bauen, montieren Serien­produkte in hohen Stück­zahlen, oft 24/7. Die Produktion ist auf längere Zeit angelegt, die Produkt­varianten sind festgelegt. Bei solchen Anforderungen ist der Kurven­antrieb unschlagbar. Deshalb setzen wir ihn mit Abstand am häufigsten ein.

Ist es sinnvoll, kombinieren wir, zum Beispiel Kurven­antrieb für die Haupt­bewegungen und servo­elektrische Antriebe an einzelnen Stationen, bei denen es auf feinste Justierung ankommt oder Flexibilität gefordert ist. Solche Hybrid­antriebe vereinen das Beste aus beiden Welten.

Hin und wieder bauen wir auch Maschinen mit einfachen Montage­prozessen, bei denen eine niedrigere Anfangs­investition im Vorder­grund steht. Hier punktet der elektro­pneumatische Antrieb.

Wir beherrschen alle drei Varianten, solo oder in Kombination. So finden wir die ideale Lösung für Ihre Aufgabe.

 

Möchten Sie mehr zu diesem Thema wissen, dann melden Sie sich gerne bei uns unter marketing@las-automation.de oder Tel. +49 (0) 7172 18917-601.